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Ernährungsphysiologie des Hundes

Verdauung des Hundes

Im Maul wird die Beute bzw. das Futter zerrissen, zerbissen, eingespeichelt und abgeschlungen. Der Speichel enthält keine Verdauungsenzyme. Er dient dazu, die Nahrung schlüpfrig und gleitfähig zu machen. Durch Riechen oder Schmecken der Nahrung und durch Konditionierung wird die Sekretion angeregt. Mechanische und chemische Reize durch unmittelbaren Kontakt der Nahrung mit der Maulschleimhaut regen ebenfalls den Speichelfluss an. Bei Fleisch oder ähnlich feuchter Nahrung wird nur eine geringe Menge schleimigen Sekrets abgegeben, wogegen Fleischpulver die Bildung eines stark wässrigen Sekrets fördert.

Im Magen wird das Futter schichtweise eingelagert, durch Magensaft angedaut und durchtränkt, im schlauchförmigen Ende gut durchmischt, um dann dosiert in den Dünndarm abgegeben zu werden.

Spätestens 15 – 20 Std. nach der letzten Nahrungsaufnahme ist der Mageninhalt vollständig in den Dünndarm übergegangen.

Der Magensaft wird vor allem in den Drüsen der Magenschleimhaut gebildet und enthält einen hohen Anteil an Salzsäure. Die ebenfalls enthaltenen Schleimstoffe schützen die Schleimhaut vor der Einwirkung der Verdauungsenzyme und der Salzsäure. Im Gegensatz zu eiweißspaltenden Enzymen kommen im Magensaft keine fett- oder kohlehydratspaltenden Enzyme vor.

Wie auch beim Speichel setzt die Produktion durch Geruch, Anblick und Gewöhnung schon vor der Futteraufnahme ein; danach wirken chemische, mechanische und Dehnreize. Fleisch, Brühe, Salz, Säure und Wasser regen die Magensaftproduktion an, Brot, Zucker, Kartoffeln und Butter eher nicht. Auch Anstrengung, Aufregung oder Brunst können die Sekretion einschränken.

Pankreassaft, das Sekret der Bauchspeicheldrüse, neutralisiert den sauren Magenbrei rasch. Er enthält die wichtigsten Enzyme für die Verdauung von Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten. Der Organismus des Hundes kann die Produktion der Enzymmenge entsprechend dem Futter verändern.

Bei einseitiger kohlehydratreicher Nahrung werden mehr entsprechende Enzyme bereitgestellt, bei proteinreichem Futter mehr eiweißspaltende Enzyme. Allerdings benötigt der Hund für diese Umstellung einen längeren Zeitraum, das heißt, dass eine häufige Futterumstellung nicht zuträglich ist.

Bis zum Alter von 3 oder 4 Monaten bilden Welpen noch sehr wenig stärkespaltende Enzyme; von zu viel Kartoffeln etc. ist also abzuraten.

Nach der Passage des Speisebreis vom Magen in den Dünndarm werden von Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle die fett- und kohlehydratspaltenden Enzyme zugesetzt.

Der Mageninhalt wird allmählich mit dem Darmsekret vermischt und weitergeleitet. Der Übergang in den Dickdarm erfolgt nach ca. 60 – 90 Min. Im Dickdarm werden die Nahrungsstoffe in lösliche Teile zerlegt, die über die Darmwand aufgenommen werden.

Für eine optimale Passage des Nahrungsbreies im Dickdarm sind schwerlösliche, unverdauliche Futterbestandteile nötig, da der Füllungsdruck im Dickdarm für die Peristaltik (Muskelbewegung des Darmes) von Bedeutung ist.

Der Wildhund z.B. nimmt solche Stoffe mit den Beutetieren auf (Haare, Horn, pflanzliche Fasern aus dem Darm). Häufiger Kotabsatz beschleunigt ebenfalls die Darmpassage; verwertbare Partikel werden über die Dickdarmschleimhaut absorbiert.

Die Dauer der Nahrungspassage lässt sich über unverdaulich und markierte Substanzen ermitteln. Im Allgemeinen beginnt die Ausscheidung der markierten Bestandteile nach 12 Std., erreicht ihren Höhepunkt nach 24 – 30 Std. und ist nach 40 – 60 Std. abgeschlossen.

Bei normal geformten Stuhl wird die Analdrüse bei jedem Kotabsatz auf natürliche Art entleert. Das darin enthaltene Sekret ist die Visitenkarte Ihres Hundes.



Ernährungsbedingte Krankheiten

Durch eine unausgewogene Ernährung des Hundes kann es zu verschiedenen Krankheiten kommen.

Hunde sind keine reinen Fleischfresser, sondern brauchen außerdem auch die Innereien, den Mageninhalt, Knochen, Fell, Blut und Därme der Beutetiere. Bekommt das Tier dies alles nicht, kann es durch eine Eiweißunter/-überversorgung oder durch mangelnde Vitamine und Mineralien u.a. zu folgenden Krankheiten kommen:
  • Allgemeine Krankheitsanfälligkeit
  • Mangelnde Lebensfreude
  • Stumpfes, glanzloses Fell
  • Schuppen, Juckreiz, Ekzeme
  • Allergien
  • Gelenkprobleme
  • Übergewicht
  • Harnsteinprobleme
  • Schädigung von Leber und Niere


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